Tottenham Hotspur FC
[2:1]
FC Everton

 

Fulham FC vs. Shakhtar Donetsk (2:1)
18/02/2010
Craven Cottage
UEFA Cup
Wenn man schon mal eine Woche auf Dienstreise in London ist, dann muß man auch zum Fußball gehen, dachte ich mir. Fulham sagte mir zwar nicht soviel, aber immerhin war der amtierende UEFA-Cup-Sieger aus Donetsk zu Gast und das Stadion Craven Cottage belegte laut der Times Platz 10 in der Top Ten der besonderen Fußballstadien dieser Welt (direkt nach dem Nou Camp, aber sogar zwei Plätze hinter dem Dinamo-Stadion in Bukarest, soviel zu Rankings...). Also am Spieltag etwas überhastet eine Besprechung beendet, ab ins Hotel zum Umziehen und dann mit der District Line zur Putney Bridge und durch den Park an der Themse entlang ins Stadion.



Tickets gab es noch am Tag vor dem Spiel zu kaufen, die Europa League hat eben kaum Bedeutung in England im Vergleich zur Premier League, und waren mit 15 Pfund fast schon billig. Schließlich wurde es mit fast 22.000 Zuschauern dann doch noch relativ voll, sogar eine spürbare (und hörbare) Anzahl Ukrainer kamen zur Unterstützung des ukrainischen Chelsea FC (da im Besitz des wohl reichsten Ukrainers, Rinat Achmetov) - zwei von ihnen hatten orange-schwarz gestreifte Skimasken auf, was dann aber wohl unter das Vermummungsverbot fiel und ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Sicherheitskräften im Stadion auslöste: Skimaske auf, Security kommt, macht Fotos, Skimaske ab, Security weg, Skimaske wieder auf, Security kommt wieder, macht Fotos (Hallo, das waren immer dieselben Typen an derselben Stelle im Gästeblock), Skimaske wieder runter usw. usw. Bei den Fulham-Anhängern fiel mir auf, dass fast keiner ein Trikot o.ä. trug, sich aber sehr viele einen Schal in den Farben beider Teams als Andenken an das Europa League-Spiel kauften (wobei bald auffiel, wie sehr sich das knallige Orange von Donetsk von ihrem Schwarz-Weiß abhob, da so zu Beginn überraschend viel Orange auf den Rängen zu sehen war...).



Craven Cottage ist wirklich etwas ganz besonderes: neben dem Johnny Haynes Stand mit Backsteinmauern, Satteldach und Stützpfeilern, der schon allein Assoziationen an die Anfänge des Fußballs Ende des 19. Jhdts. weckte, befindet sich wirklich eine Cottage aus dem 18. (?) Jhdt. direkt in der Ecke zwischen Johnny Haynes Stand und Putney End, mit einem einladenden Balkon zum Spielfeld, der vielleicht VIP-Zone darstellen sollte, aber eher von Kindern und Jugendlichen bevölkert war. Mein Platz im Block P1 im Putney End direkt neben der Cottage war in langweiligen Spielminuten wirklich Gold wert.



Die Atmosphäre hatte zumindest bei diesem Spiel wenig von der sagenumwobenen Fußballkultur der Insel, aber schon die Konstruktion des Stadions ist allein einen Besuch wert. Die Wurst eher nicht, aber das hat sie wohl mit vielen Stadionwürsten gemein. Mein Versuch, das Ganze mit einem Pint herunterzuspülen schlug fehl, da bei internationalen Spielen kein Alkohol ausgeschenkt wird - ich wusste das nicht, musste so aber feststellen, wie lange die Borussia aus Mönchengladbach schon nicht mehr international spielte... Nett, wie das Rauchverbot umgangen wurde: Die Raucher trafen sich in der Halbzeitpause in einem Pulk, wobei man bei den ersten Zügen an seiner Kippe in die Mitte vorgehen sollte. Langsam rauchte man sich dann wieder nach außen, wo einen dann ab und zu Ordner mit britischer Höflichkeit aufforderten, doch bitte die Zigarette auszumachen. Jeder konnte so in Ruhe fertigrauchen.



Das Spiel ist schnell erzählt: Fulham begann furios mit einer Riesenchance von Hangeland, dann traf Zoltan Gera schon in der 3. Minute zum 1:0. Langsam fing sich Donetsk und seine brasilianische Offensivabteilung (5 Brasilianer und der Tscheche Hübschmann) drückten bei Nieselregen und Kälte auf den Ausgleich, der Luíz Adriano dann auch nach gut einer halben Stunde gelang. Dann tat sich lange nichts, bis plötzlich ein Traumschuss von Bobby Zamora Fulham nach einer Stunde wieder in Führung brachte, die das Team von Roy Hodgson dann auch tapfer bis zum Ende verteidigte.



Donetsk tat nicht mehr als unbedingt nötig, zu sicher war man sich wohl, das Ding noch im Rückspiel in der eigenen Donbass-Arena drehen zu können. Auch dass zwei Tage zuvor der kompletten Mannschaft von Donetsk der Zutritt ins Nobelkaufhaus Harrods verweigert wurde (`kein Zutritt für Gruppen in Trainingsanzügen`, war die Begründung) und Mohamed Al-Fayed nicht nur der Eigentümer von Harrods, sondern zufälligerweise auch des Fulham FC ist, gab anscheinend keine zusätzliche Motivation.



Zufrieden zogen die Fans nach Hause, und kaum einer glaubte wohl wirklich daran, dass man eine Woche später mit einem 1:1 in Donetsk das Weiterkommen in die nächste Runde sichern würde...



(Sorry wg. der schwachen Bildqualität, aber mein Handy hat keine besonders hohe Auflösung)
Eingestellt von Geordie



Fulham FC - Shakhtar Donetsk, Craven Cottage, UEFA Cup, 18/02/2010
Johnny Haynes Stand mit Cottage

Fulham FC - Shakhtar Donetsk, Craven Cottage, UEFA Cup, 18/02/2010
Blick auf das Hammersmith End


Tottenham Hotspur FC
[2:1]
FC Everton

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