Fulham FC
[1:2]
Tottenham Hotspur

 

Liverpool FC vs. West Ham United (3:0)
20/11/2010
Anfield Road
Premier League
Hier ist sie nun also,



die Auswärts Premiere. Nach einigen Spielen am geliebten Upton Park waren wir ja noch nie auswärts dabei gewesen. Entsprechend nervös (so ein bisschen Kleinkindweihnachtsmäßig) ging es samstags morgens (gar nicht mal so früh) auf die kurze Fahrt mit meinem Jobticket zum Frankfurter Flughafen (auch eine Premiere für ein Hammers Spiel). Bewaffnet mit Kaffee und der neuesten Ausgabe des Rock Hards eine kurzweilige Angelegenheit. Kurz nach Fahrtantritt aber dann der erste kleine Schock. Meli ruft an und teilt mit, dass sie krank sei und nicht mit kann (Einzelheiten des Krankheitsbildes lass ich mal weg, da vielleicht der ein oder andere von euch gerade beim Essen sitzt). Nur so viel, sie hat es mittlerweile gut überstanden; ihr Klo auch.



Na ja, muss ich mich halt alleine durchkämpfen. Erstaunlicherweise gab es keinerlei Probleme beim Ticketausdruck am Automaten, die mächtig vorhandene Bundespolizei hat mich NICHT gefilzt und ansonsten lief auch alles auf allen Strecken (FFM-Amsterdam-Liverpool) ereignislos. Halt, nicht ganz: Die nette englische Stewardess auf der Teilstrecke von Amsterdam nach Liverpool bemerkte meine Nervosität (O -Ton Getuschel der beiden Stewardessen: He is a little bit nervous) und überreichte mir Heineken eiskalt so viel ich wollte/konnte. Danke schön!!! Nach fünfzig Minuten und vier Bier gut bin ich dann gut in Liverpool gelandet und sofort mit dem Taxi für nicht mal 10 Pfund in die Innenstadt gedüst. Hier ist mir direkt mal wieder die Freundlichkeit der Einheimischen aufgefallen. Aber das hatten wir ja in England schon. Gibt es dort eigentlich schlecht gelaunte Menschen und wo zur Hölle sind die gefürchteten Hooligans??? In Rente??? Haben Angst vor uns??? Keine Ahnung!!!



Am Hotel angekommen hatte meine Einsamkeit dann auch ein jähes Ende. Er war da! Mister Essen Süd und als absolute (positiv gemeint) Plaudertasche bekannt: Dennis!!!



Nachdem er mir sein Schlafgemach oder auch Rumpelkammer, die er mit reichlich anderen Hammers Fans aus ganz England teilte, gezeigt hatte, ging es gleich mal in einen netten riesigen Pub quasi um die Ecke. Das Bier war gut und billig, was will man mehr?



Da es schon recht spät war fuhren wir dann auch bald mit einem der billigen Taxis zum Ground. Anfield Road, da ist sie. Schwupp die Wupp rein ins Arkles und ein Bier bestellt. FALSCH!!! Angestellt hinter ca. 200 Hammers Fans die schon mächtig am Feiern und Singen waren. Super Stimmung also!!! Da uns der Pub aber definitiv zu voll war sind wir nach nur einem Bier Richtung Stadion gezogen. Und siehe da, auf dem Weg dorthin liegt eine kleine Fress- und Saufmeile die wir dann doch nochmal gerne und ausgiebig in Anspruch nahmen. Zweimal Fish & chips bitte!! Nach diesen kulinarischen Köstlichkeiten wollten wir dann rein. Hinein in den Fußballtempel: Anfield Road. Und ja, es war wie erhofft. Ein schönes altes kompaktes, aber modernes Stadion, teilweise noch mit Holzsitzen auf den Tribünen und alles sehr nah am Spielfeldrand. So muss es sein. Seht euch einfach die Bilder dazu an.



Vor dem Spiel ist die Stimmung gut. Das allseits bekannte „You´ll never walk alone“ kommt laut aber nicht übermäßig spektakulär. Das wars dann vom Kop!!! Und zwar bis zum Schluss vom Spiel!!! Halt ich lüge!!! Nach dem 3:0 gab es noch einmal einen leichten Anfall von Begeisterung in Form eines langgezogenen Liverpoooooooools.



Deutlich mehr und das sogar mit einheimischem Applaus bedacht kommt von uns, den Hammers Supporters. Von ANFANG ( hier alle bekannten Varianten von C´om on you Irons , Bubbles, We are West Hams claret and blue army) bis ENDE ( you will be sacked in the morning, and this is why we are going down, Avram Cunt, we play like brasilian) wird mit viel Selbstironie gesungen und geklatscht. Aber nie wird es aggressiv oder gewalttätig. Das Spiel ist extrem scheiße und ich habe keine Lust darauf einzugehen. Ich denke die meisten von euch haben es eh gesehen.



Nach dem Spiel wollten wir uns eigentlich mit Jan und Martin im Arkles treffen. Aus einem mir bisher immer noch unbekannten Grund wurde dem Schreiber dieser Zeilen jedoch der Zutritt verwehrt. So bedurfte es einiger Telefonate und bei Martin, der sich eisern an seinem Bier festhielt, noch etwas mehr Überzeugungsarbeit die Lokalität zu wechseln.



Zu viert enterten wir dann einen Pub in unmittelbarer Nähe unseres Hostels. Da die Musik dort recht laut war, wechselten wir nach 4 Bier die Örtlichkeit in der Hoffnung etwas ruhiger kommunizieren zu können. Leider war das Publikum dort aber noch jünger und die Musik demzufolge noch um einiges lauter. Ja, ja man wird alt.



Irgendwie ging es dann auch mit Dennis und Martin trinktechnisch bergab, was bedeutete dass Jan und ich als letzte Überlebende einen noch geöffneten Pub finden mussten. Und siehe da. Mitten auf der Partymeile (in der eigentlich nur Techno und anderer Müll lief) im Liverpooler Zentrum ein riesen Ding, rappelvoll, Superstimmung und lecker Bier. Da Jan in etwa dasselbe Alter wie ich hat unterhielten wir uns stundenlang über „alte“ Zeiten und Anekdoten beim deutschen Fußball. So verging die Zeit viel zu schnell und gegen 03:30 Uhr wurde der Pub schlagartig von den Türstehern geleert und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.



Na ja, es reichte auch Biertechnisch und Jan und meine Wenigkeit kehrten nochmals in einer Kebabbude ein in der gerade eben mal zwei Herrschaften mit ihrer vollen Gesichtsbreite im Dönerteller mit Salat und Soße pennten. „Das ist hier normal“ war die Antwort des Grillmeisters. Und was soll ich sagen ich glaub es gerne.



Nach dieser kleinen Stärkung machten wir uns dann auch bettfein und entschlummerten an den Ufern des Merseys.



Nachdem ich mich am nächsten Morgen ausgiebig von meinen Begleitern verabschiedet hatte ging es zum Flughafen Liverpool wo ich mir aufgrund meiner noch vorhandenen Wartezeit erst mal 5 Fosters zu Normalpreis gönnte und Klaus und Volker mit einigen sms bombadierte. Irgend wann gegen 18.00 Uhr war ich dann endlich wohlbehütet in meiner Wahlheimat Mainz und nach einem ausgiebigen Bad war die Welt wieder in Ordnung.



Fazit:

Obergeile Tour, mit noch geileren Begleitern (Martin, Dennis, Jan). Man sieht sich demnächst.



In England ist die Stimmung im Stadion wirklich anders. Aber wer nochmal behauptet im Upton Park wäre nichts los, dem sage ich, gehe erst mal zur Anfield Road, da ist es im örtlichen Leichenschauhaus lauter.



© Pascal Hammer-Hearts Germany



Come on you Irons !!!


Eingestellt von Pascal - The Don - hammer-hearts@gmx.de



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