Ipswich Town
[1:0]
Watford FC

 

Arsenal FC vs. Tottenham Hotspur FC (1:1)
27/09/2014
Emirates
Premier League
So, da dies mein erster Bericht ist, ganz kurz was Allgemeins:

seit dem Jahr 2004 besuche ich Fußballspiele in London, was durch einen Schüleraustausch herrührt (dazu in einem hoffentlich folgenden Bericht (QPR-Leicester City 3:2 vom 25.09.2004) später mehr.2014 habe ich aus beruflichen Gründen zusätzlich für 8Monate in London gewohnt, weshalb da doch so einige Spiele zusammengekommen sind (ca. 40 in den 8Mon). Im Grunde bin ich Arsenalangänger (zum Glück, da alle Kollegen mit denen ich näher zu tun hatte Hardchore-Gooners waren. Trotzdem besuche ich auch sehr gerne Spiele anderer englischer/londoner Teams, wobei ich hier West Ham und QPR positiv hervorheben muss, die ich sehr gern besuche. Allgemein schätze ich die Atmosphäre sowie den oft taktikfreien emotionalen Fußball auf der Insel sehr. Insbesondere die spielabhängige, spontane Stimmung bei Gesängen vom ganzen Stadion bis zum eigentlich schnöseligsten VIP abgewechselt mit Unmutsbekundungen gegenüber dem Ref oder lustlos wirkenden Spielern sucht ihresgleichen. Fehlender Dauersingsang und Dauerstimmung nur in der Kurve des so genannten `Mob` sowie das Fehlen von nervtötendem Dauergetrommle sind äußerst angenehm.

Aus Diskussionen mit Fans verschiedener englischer Mannschaften habe ich außerdem erfahren, dass diese den `europäischen` organisierten Support mit Leuten mit Megafon die `gar nicht das Spiel gucken` überwiegend ablehnen.



Fangen wir mal chronologisch hinten an: Da alle Dauerkarten von mir bekannten Arsenal-Anhängern seit einer Ewigkeit ausgebucht waren und ich mich zu spät gemeldet habe, holte ich mir eine Karte mittels Red Membership über den Ticket-Exchange, ein wie ich finde tolles System wo Dauerkarteninhaber ihre Karten zum Originalpreis verkaufen können, sollten sie verhindert sein oder sonst was... Solche Leute gibt es immer, auch beim North London Derby, was laut meiner Freunde das Spiel in ganz England ist wo es am schwersten ist, an Karten zu kommen. Aber naja, ich dachte mir, ich habe auch Karten für CL-Partien vom BVB gegen Malaga und Madrid bekommen, da wird das auch klappen. Und siehe da, ca. 7 Tage vorm Spiel entdeckte ich eine Karte ganz nah an den DK-Plätzen meiner Bekannten und war auch schnell genug diese zu buchen. Mein erstes North-London Derby und ich war schon ein bisschen aufgeregt, geht es doch bei Derbys/Spitzenspielen in England auch gerne einmal hoch her, vergleicht man langweilige 1:1 Punkteteilungen zwischen Bayern und Dortmund, wo es hinterher heißt, dass war taktisch ganz hohes Niveau (gäähhhn). (OK, berücksichtigt man den Endstand, hätte ich diesen Satz vll. doch nicht schreiben sollen, aber mir geht es eher darum, wie solche Spiele von englischen Teams im vgl. zu deutschen angegangen werden).

Nun zum Spiel:

Kurioser Weise wurde das Spiel auf 17:30Uhr gelegt, was für das North-London derby eher unüblich ist. Üblich ist, solche Spiele Mittags starten zu lassen, da die Pubs erst um 11Uhr aufmachen und daher vorher meist weniger getrunken wird. An diesem Tag also erst 17:30 Anpfiff, umso besser, fällt der Pubbesuch ausgiebiger aus. Und siehe da, ich trat um 11:30 aus der Haustür und alle umliegenden Pubs waren rappelvoll mit Menschen in rot-weiß. Ich war mit meinen Leuten erst für 12:00 verabredet, aber Pub von 12-17:20 reicht auch...

gegen 17:20 wurde dann wie auf der Insel üblich sehr knapp (man muss die bierfreie Zeit während des Spiels ja möglichst kurz halten) zum Stadion aufgebrochen -beim Anblick eines Pferdehaufens wurde mir noch mitgeteilt, dass heut ganz schön viel Tottenham auf der Straße sei- und um 17:25 waren die Plätze eingenommen (ja, mit Videokamera und statt Personenkontrolle mit halb ausziehen geht der Einlass halt doch minimal schneller). Das Stadion war natürlich ausverkauft und gesungen wurde auch schon, allerdings ebenfalls wie auf der Insel üblich in jeder Ecke etwas anderes.

Sehr beliebt heute und auch von mir+Kumpel angestimmt (und ja, alle haben mitgemacht):

Einer fragt: What is shit?

Alle die es gehört haben antworten: Tottenham!

Einer: What is Tottenham?

Alle: Shit!

Einer: Thank you! (Englische Höflichkeit ;) )

Alle: That`s all right!!

gefolgt von einem langen Gesang darüber wie sehr Tottenham doch gehasst wird...Derby halt.

Arsenal fing natürlich sehr offensiv an und berannte die ersten Minuten das Spurs-Tor mit einem unglaublichen Tempo, kam aber zu keinen klaren Chancen. Danach wurde das Spiel etwas ausgeglichener, wobei Arsenal bis zur Halbzeit die ein oder andere Riesenchance hat liegen lassen während Tottenham lediglich einen Torschuss zu verzeichnen hatte. Stimmung und vor allem die Lautstärke wirklich enorm.

Das Bild änderte sich in der 1.HZ nicht, jedoch ging Tottenham mit dem ersten Vernünftigen Angriff durch Chadli in Führung. Kurzer Ernüchterung folgte, auf dem Platz und den Rängen, gefolgt von wütenden Angriffen und nach-vorn-peitschen von den Rängen, gegen die Spurs darf man einfach nicht verlieren, schon gar nicht zu Hause. Einiger versiebter Großchancen folgte der verdiente Ausgleich durch Ox, der vom grenzenlosem Jubel von den Rängen und einiger weiterer versiebter Hochkaräter gefolgt wurde. Man konnte meinen, Mario Gomez stand aif dem Platz....

Schlussendlich, die Spurs bejubelten den glücklichen Punkt wie einen Sieg, während sich auf Arsenal-seite bei dem ein oder anderen Pint daran aufgerichtet wurde, dass die Spurs den Punkt wie einen Sieg feierten, sie folglich also wussten, dass sie eig. viel schlechter waren... naja, irgendwie musste man sich den verschenkten Sieg ja schönreden/trinken.



PS: die nächsten Berichte werden sicher kürzer, aber ich dachte, meine Allgemeine Einstellung zum englischen Fußball sei vll ganz angebracht
Eingestellt von alex-goalie



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