Queens Park Rangers
[1:1]
Coventry City

 

Charlton Athletic vs. Sheffield Utd. (2:5)
22/11/2008
Valley
Championship
Da die heimische Ostliga-Meisterschaft bereits Winterschlaf hielt, und wir nicht auf König Fußball verzichten wollten, entschlossen sich sieben Freunde und ich, der englischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Nach meinem letzten Besuch im September (ich sah Heimspiele von Tottenham, Queens Park Rangers und Arsenal) war die Vorfreude auf das anstehende Wochenende riesig. Nach der Wembley Tour am Freitag hatte ich am Samstag die Qual der Wahl. Entweder das Drittliga-Derby Leyton Orient gegen Millwall, das Premier League Spiel Chelsea – Newcastle (nur 2 von uns hatten bereits Karten) oder die Partie Charlton gegen Sheffield United. Als einziger unserer Gruppe entschloss ich mich für letztere Variante und ich sollte dafür belohnt werden…

Nach einem gemütlichen „Frühstück“ im Pub nahe unseres Hostels machte ich mich mir der U-Bahn bzw. National Rail auf den Weg zum „Valley“, der Heimstätte von Charlton. Die Anreise verlief recht zügig und ohne Probleme. Beim Stadion angekommen, sicherte ich mir gleich ein Ticket für den West Stand. Gleich darauf knipste ich ein paar Fotos vom Stadion, Fanshop und der Umgebung. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Polizisten erstand ich noch einen Schal und ein Matchday Programme. Anschließend ging es rein ins Stadion. Die letzten 20 Minuten vor dem Anpfiff blätterte ich das Programmheft durch. Die Zeit verging trotz wahnsinniger Kälte wie im Flug. Exakt um 15 Uhr pfiff der Schiri dieses Prestigeduell an. Die Heimelf war in den ersten Minutenbemüht, sich mit einem Dreier ein bisschen Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Aber schon nach 9 Minuten war dieses Vorhaben noch ein Stückchen schwieriger. Ex-Newcastle Stürmer James Beattie brachte die Gäste nach einem Ausflug von Goalie Weaver problemlos in Front. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Primus brachte Garry Speed Sheffield abermals, und erneut unter kräftiger Mithilfe des Torhüters, in Führung. Die Heimelf drängte zwar auf den Gleichstand doch nicht nur die Offensive der Hausherrn erwischte an diesem Samstag keinen guten Tag. Was der Charlton-Schlussmann an diesem Nachmittag zeigte, war schlichtweg miserabel. Beim erneuten unmotivierten Herauslaufen rettete ihn noch die Latte (Schuss aus zirka 35 Metern), kurz vor der Pause gelang der Gastmannschaft unter grenzenlosem Jubel der mitgereisten United Fans der dritte Treffer. Wiederum konnte man dem Fliegenfänger der Hausherrn nicht die Mitschuld am Gegentreffer absprechen. Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff war die Partie bereits entschieden, als Youga eine Hereingabe ins eigene Netz lenkte. Charlton war nun komplett am Boden. Sheffield Yougster Quinn übernahm eine Flanke von links direkt und knallte das Leder in die lange Ecke. (54. Minute) Kurz nachdem bereits die ersten frustrierten Heimfans das Stadion verließen (!), gelang Buoazza in der 56. Minute der Anschlusstreffer zum 2:5. Was für ein Wahnsinnsspiel: 7 Tore in nur 60 Minuten. Danach war es mit dem Torreigen aber vorbei. Charlton machte zwar nochmals ordentlich Druck, der dritte Treffer der Gastgeber wollte aber nicht mehr gelingen. Für den letzten Höhepunkt sorgte dann wieder einmal der Keeper im Kasten der Athletics. Er schaffte es nach sage und schreibe 64 Minuten zum ersten Mal, sich eine (harmlose) Flanke ohne Probleme herunterzuholen. Die Heldentat wurde von den Fans der Schwarz-roten mit tosendem (sarkastischen) Applaus gewürdigt. Das Tüpfchen auf dem i dieser Ironie setzte aber mein Sitznachbar, der voller Freude aufsprang und den „Fang des Tages“ mit nur einem Wort feierte: HALLELUJA!

Das Spiel endete schlussendlich mit einem nie gefährdeten 5:2 Auswärtssieg von Sheffield United. Mit dieser Pleite kassierten die Heimischen die bereits 5. Heimniederlage in der laufenden Saison. Dementsprechend sauer waren die Charlton Anhänger. Sie skandierten „We want our Charlton back“ und besetzten nach dem Spiel den Spielereingang…

Ich beobachtete die aufgebrachten Fans und ihre lautstarken Forderungen noch einige Augenblicke. Schließlich musste ich mich der Kälte aber geschlagen geben. Durchgefroren aber glücklich über das Gesehene trat ich die Heimreise an und freute mich schon auf die Berichte von Chelsea gegen Newcastle und Leyton gegen Millwall. Beide Spiele endeten übrigens 0:0…
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